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15.12.2010: Die Stadt in Bewegung

Sportentwicklung Oberhausen - Runder Tisch

Der runde Tisch beinhaltete vier Programmschwerpunkte.

1. Begrüßung der Anwesenden durch Sportdezernent Apostolos Tsalastras.
2. Vorstellung der Projektziele und -Schritte durch Holger Fuhrmann, Projektmitarbeiter der Deutschen Sporthochschule.
3. Offener Teil bzw. "Kontaktbörse".
4. Workshops zu den Themen Sport- und Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche, Senioren und Migranten .

 

 

Die dreistündige Veranstaltung (18 bis 21 Uhr) beinhaltete vier Programmschwerpunkte. Zunächst nahm Sportdezernent Apostolos Tsalastras die Begrüßung der Teilnehmer vor und sprach über die Gründe, zusammen mit der Deutschen Sporthochschule Köln ein Projekt zur Sportentwicklung in Oberhausen durchzuführen und speziell ein Netzwerk in Alt-Oberhausen zu initiieren. Er ging dabei insbesondere auf die vielfältigen Potenziale von Bewegung und Sport ein, wie. z.B. die Gesundheitsförderung oder soziale Integration. Sport und Bewegung biete ihm zu Folge enorme Möglichkeiten für die Stadtentwicklung und sei deshalb auch für Oberhausen von hohem Interesse. Betont wurde vom Beigeordneten für Sport, Gesundheit und Kultur Tsalastras auch, wie wichtig eine gelingende Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Einrichtungen im Sozialraum für eine prosperierende Sportentwicklung ist.

 

Im anschließenden Input ging zunächst Holger Fuhrmann, Projektmitarbeiter von der Deutschen Sporthochschule, auf die genauen Projektziele und -Schritte ein und verdeutlichte den Handlungsbedarf im Bereich Sport und Bewegung anhand der relativ schlechten Zahlen zum Gesundheitszustand der Oberhausener Bevölkerung.

 

 

Sven Wagner, Netzwerkkoordinator in Alt-Oberhausen, informierte über die Teilschritte des Netzwerks und berichtete über den Stand der Netzwerkarbeit, die im Mai begonnen hat. In Vor-Ort-Gesprächen wurde dabei vom Netzwerkteam mit Sportvereinen, Kindertages-einrichtungen, Schulen und Jugendzentren über deren Bedarfe und Ressourcen gesprochen.

 

Im offenen Teil bzw. der „Kontaktbörse“ des Abends wurden von den Vertretern der unterschiedlichen Einrichtungen sowohl in den Pausen als auch zum Abschluss der Veranstaltung bei einem kleinen Imbiss Kontakte geknüpft, Adressen notiert und Termine für eine Intensivierung der ersten Ideen vereinbart.

 

In den Workshops bekamen die Teilnehmer die Gelegenheit, über gemeinsame Probleme, aber auch vor allem über gemeinsame Lösungswege zu diskutieren. In den drei Workshops zu den Themen Sport- und Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche, Senioren und Migranten wurden dabei, in guter Atmosphäre und teilweise durchaus strittig, viele interessante Ergebnisse erarbeitet.

 

Als wichtige Aufgabe für das Netzwerk wurde die Integration von Senioren und Seniorinnen in Vereine oder lokale Initiativen erkannt. Dies wirke der oft drohenden Vereinsamung bzw. dem sozialen Ausschluss vieler Älterer entgegen. Gesehen wurde dabei aber auch, dass kreative Wege beschritten werden müssen, um die Senioren tatsächlich zu erreichen und zu motivieren. Ein Problem sei manchmal auch die Altersarmut, in der sich viele die Mitgliedschaft in Vereinen nicht mehr leisten könnten. Ein anderes Problem, so die Teilnehmer bestehe auch darin, attraktive Räume und Flächen für Seniorensport in Oberhausen zu finden. Und schließlich stelle sich in Vereinen teilweise auch das Verhältnis zwischen alt und jung schwierig dar, z.B. dann, wenn Vereinsvorstände nicht bereit seien, Verantwortung an Jüngere abzugeben.

Als mögliche Lösungswege wurden offene Angebote und Kurz-Mitgliedschaften der Sportvereine gesehen. Für eine ehrenamtliche Mitarbeit sei es wichtig, das Aufgabenspektrum transparent zu machen und auf die Bedürfnisse der Zielgruppe einzugehen. Werner Schmidt, Geschäftsführer des SSB Oberhausen meinte, dass das wichtigste Mittel für ein „Hervorlocken“ der älteren Generationen letztlich die Mund-zu-Mund-Propaganda sei. Das erfordere aber einen engen Kontakt zu den Senioren, der vor allem auch über unterschiedliche Einrichtungen wie Sport- oder Seniorenvereinen, Kirchengemeinden oder Bürgerinitiativen wie „Wir tun was“ geschaffen werden könne.

Die von den Teilnehmern ausgesprochenen Bedarfe gingen darauf ein, eine bessere Transparenz der bestehenden Angebote zu schaffen, umfeldnahe Angeboten für Senioren zu entwickeln, Übungsleiter aller Altersgruppen zu finden und zu motivieren und auch jüngere Vorstände für Sportvereine zu gewinnen.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass Senioren und Seniorinnen von einer stärkeren Teilnahme und Einbringung am öffentlichen Leben, wie z.B. durch ehrenamtliche Mitarbeit, profitieren. Neben Aufwandsentschädigungen und den sozialen Kontakten ergeben sich manchmal auch neue berufliche Chancen bzw. Möglichkeiten der Wiedereingliederung.

 

Am Workshop Sport- und Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche waren am meisten Teilnehmer interessiert. Sowohl Sportvereinsvertreter, Leiter von Jugendzentren, als auch Schulvertreter und -leiter, Verantwortliche der Verwaltungsbereiche sowie Leiter der Kindertagesstätten fanden sich ein, um das Thema Sport für Alt-Oberhausen zu diskutieren. Zunächst wurden die nicht immer ausreichenden Sport- und Bewegungsräume in Oberhausen kritisch diskutiert. Jedoch wurden dabei auch beispielhafte Möglichkeiten vorgestellt, wie durch kooperative Zusammenarbeit mit benachbarten Akteuren Lösungen gefunden werden konnten und können. Viele der Anwesenden beklagten die große Anzahl von fehlenden Übungsleitern, um neue und attraktive Angebote für Kinder und Jugendliche entwickeln zu können.

Die Teilnehmer stimmten überein, dass für Kinder aus bildungsfernen Schichten mehr niederschwellige Sportangebote installiert werden müssen. Die einhellige Meinung war weiter, dass die Bewegungsmängel vieler Kinder und Jugendlicher nur zum Teil in den Sportvereinen, Schulen und Kita´s gelöst werden können. In die Konzepte müssen vor allem die Familien mitgedacht und einbezogen werden – wobei die Zusammenarbeit „im Kleinen“, wie zwischen den Einrichtungen Schule und Sportverein dabei oft schon sehr viel bewirke.

Eine qualtitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung für Übungsleiter in Sportvereinen, Sportlehrer und ErzieherInnen sei jedoch eine wichtige Voraussetzung für eine bessere Bewegungserziehung der Kinder und Jugendlichen. Und letztlich sei es auch immer wichtig, neue, attraktive und insgesamt mehr Bewegung anzubieten, um den Oberhausener Kindern- und Jugendlichen die Chance zu geben, sich zu bewegen und sportlich zu betätigen.

 


Im Workshop „Bewegungsförderung für MigrantInnen“ waren sich die Teilnehmer einig, dass es mehr ÜbungsleiterInnen mit Migrationshintergrund geben muss, um die Zielgruppe adäquat ansprechen zu können. Erste positive Projekte, wie eine aktuell beim Stadtsportbund laufende Übungsleiterausbildung für Migrantinnen, müssten ausgebaut werden. Die Erkenntnis, dass vor allem jugendliche Migranten eine feste Vereinsmitgliedschaft scheuen, führte zu dem Vorschlag, verstärkt offene Sportangebote und Schnupperkurse anzubieten. Hier gab es Überlegungen, dies z.B. in einer Kooperation zwischen Sportvereinen, sozialen Einrichtungen und der Stadt Oberhausen durchzuführen.

Deutlich zeigte sich im Arbeitskreis, dass es bisher nur wenige Kontakte zwischen Schulen, Sportvereinen und Migrantenorganisationen gibt. Dieser Kontakt sei aber eine Grundvoraussetzung, um erfolgreich Angebote für MigrantInnen zu entwickeln und vor allem die Zielgruppe erreichen zu können. Daher wurde angeregt, dass der Migrationsrat der Stadt Oberhausen in naher Zukunft unter dem Thema „Sport- und Bewegungsförderung von MigrantInnen“ zusammenkommen sollte. Zu dieser Sitzung sollten dann alle relevanten Akteure wie z.B. die Sportvereine und Schulen eingeladen werden.

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