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15.12.2010: Video der Woche 34/07

Schachboxen

Eine Kombination aus Boxen und Schach? Hört sich komisch an, ist es für den erstmaligen Betrachter auch. Schläge auf den Kopf muss man wegstecken können, um danach beim Schach austeilen zu können. Im Video der Woche erfahren sie mehr über die neue Sportart.

 
Ein Schachbrett aufgebaut in einem Boxring. 2 Kontrahenten sitzen sich am Schachbrett in Boxmontur gegenüber. Die Zuschauer, um den Boxring verteilt, warten mit Spannung auf den nächsten Zug. Der muss wohl überlegt sein, eine falsche Entscheidung und das Spiel kann verloren gehen. Der Ringgong reißt die Spieler aus ihrer Konzentration und läutet gleichzeitig die Vorbereitung auf die nächste Boxrunde ein.
Schachboxen kombiniert, wie der Name schon sagt, die Denksportart Schach mit der Kampfsportart Boxen. Ein ungewöhnliches Bild und eine noch ungewöhnlichere Sportart. In Berlin gibt es sogar schon den ersten Verein für Schachboxen, den Chess Boxing Club Berlin mit über 40 Mitgliedern.

 
Diese, noch in den Kinderschuhen steckende Sportart, hat im Oktober 2003 zum ersten Mal auf sich aufmerksam gemacht. Damals fand der erste Schaukampf in Berlin statt. Und im Oktober 2005 fanden die ersten Europameisterschaften statt, organisiert von der WCBO, der World ChessBoxing Organisation.

Basierend auf einer Comiczeichnung, verwirklichte der Niederländer Iepe Rubingh, zugleich amtierender Weltmeister im Schachboxen, die Idee. Für ihn sind vor allem die Parallelen der unterschiedlichen Sportarten faszinierend: „In beiden Sportarten geht es um Aggressionskontrolle“, analysiert er.

Abwechselnd, wird je eine Schachrunde und eine Boxrunde bestritten. Die Schachrunde ist in 4 Minuten aufgeteilt, mit einer Bedenkzeit von 12 Minuten. Wird diese Bedenkzeit überschritten, ist der sofort Kampf entschieden. Die Boxrunden hingegen sind mit einer reinen Boxzeit von 2min. angesetzt. Zwischen den Runden erfolgt eine einminütige Erholungsphase in der sich die Sportler ihre Handschuhe an-und ausziehen können. Entschieden wird der Wettbewerb entweder auf dem Brett durch schachmatt, oder wenn einer auf die Bretter geschickt wird durch K.O.

Was ist das besondere an Schachboxen? Die noch nie dagewesene Symbiose zweier so unterschiedlicher Sportarten, oder der Reiz physisch sowie psychisch an die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit gehen zu müssen. Oder die Fähigkeit seine Konzentration zu bündeln, trotz wiederholt einkrachender Schläge auf den Kopf. Vielleicht ist es auch einfach nur die Tatsache, den Gegner auf 2 verschiedene Arten besiegen zu können.
In Deutschland erfreut sich die unorthodoxe Sportart wachsender Beliebtheit.

Text: Julian Zipp

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