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09.02.2011: Die Goldene Kurbel für den besten Fahrradfilm 2010

Goldene Kurbel 2010 geht nach Rumänien

Am 15. Oktober 2010 lief das fünfte Internationale Festival des Fahrrad-Films in den Herner Flottmannhallen. Der Filmpreis, die Goldene Kurbel, geht an den rumänischen Filmemacher Alexei Gubenco.

 

Mit „Vive La Crise“ hat  Alexei Gubenco einen brillanten, optimistischen Animationsfilm geschaffen, der in der Finanz- und Wirtschaftskrise beginnt: Ein Wirtschaftsboss nebst Lebenspartnerin erleiden einen radikalen ökonomischen Niedergang, der Kühlschrank ist leer, die Limousine liegt still. Der erzwungene Konsumverzicht bringt beide zum Radfahren, das sie schließlich zu zwei gesunden Menschen formt und die Luft sauber hält. In satirischer Form verbindet der Kurzfilm das Radfahren mit Aspekten des Antikonsumismus und zeigt sowohl die individuellen Vorteile des Fahrrads (macht schlank, schön, glücklich) als auch seinen gesellschaftlichen Nutzen (blühende Landschaften im Wortsinn).

 

Platz zwei geht Österreich an David Paede und Barbara Sas: In hoher erzählerischer Qualität versetzt „Bikekitchen – a filmic approach“ das Publikum in die gleichnamige Fahrradselbsthilfewerkstatt in Wien. Hier helfen Fahrradfreaks jedem defektem Fahrrad, ganz und gar unabhängig vom Geldbeutel des oder der Eigentümerin. Die Werkstatt ist zugleich Treff- und Mittelpunkt der Wiener „critical mass“-Bewegung. Sie stellt die kritische Menge an Radfahrern, die es braucht, um in den Städten die Automobilisten an die Seite zu drängen. So entsteht der Platz, der dem Fahrrad als das bessere Verkehrmittel zusteht.

 

Den dritten Platz erreicht die Brüsseler Fahrradkampagne GRAQC, die sich für die Rechte und den Raum der Radfahrer in Belgien einsetzt. Auf dem Höhepunkt ihres packenden, in Brüssel gedrehten Italo-Western „Duel dans la sul“ stehen sich Rad- und Autofahrer Auge in Auge gegenüber, um sich schließlich eines besseren zu besinnen und sich freundlich zu umfahren.

  

Die 150 Zuschauer des Festivals haben den Kurzfilm „Robot“ zum besten Film des Publikums gekürt. „Robot“ ist das Werk der jüngsten Filmemacher, die sich je am ICFF beteiligt haben. Im stop motion von Timo Liedtke und Fiete Isfort, zwölf und elf Jahre alt, sabotiert ein Roboter (Playmobil) die Räder in seiner Umgebung, aber die Playmobilmenscheit lässt sich nichts gefallen schlägt zurück.

 

Am 15. Oktober traf sich die internationale Szene des Fahrradfilms und der Fahrradbegeisterung in den Herner Flottmannhallen, um den Stand der Kunst zu demonstrieren und den Oskar des Fahrradfilms: die Goldene Kurbel abzuräumen. Auf dem anspruchsvollen Festival-Programm standen 17 Kurzfilme aus zehn Ländern. Das Bochumer Radteam Hollandse Frietjes organisiert das Festival in Kooperation mit Roomservice, dem Forum für Jugendkultur der Stadt Herne.

 

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