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15.12.2010: Problematik Olympische Spiele in China

Erklärung des Deutschen Kanu-Verbandes

Das Präsidium des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) hat auf seiner Sitzung am 18.04.2008 ausführlich über die in weiten Kreisen der Politik, der Medien und der Öffentlichkeit geführten Diskussion zur aktuellen Problematik der Olympischen Spiele in China beraten.

 

 

 

Der Deutsche Kanu-Verband lehnt die vielfach erhobenen Forderungen nach
einem Boykott der Olympischen Spiele in China wegen der chinesischen Ti-
betpolitik ab. Nach Einschätzung des Präsidiums wird ein Boykott nicht dazu
führen, die politische Situation in Tibet oder anderen Gebieten Chinas zu
verbessern und damit keine positive Wirkung entfalten. Betroffen sind dage-
gen Sportlerinnen und Sportler, die durch die Teilnahme an olympischen Spie-
len eine einmalige Chance in ihrem Leben haben, an einem besonderen
sportlichen Höhepunkt teilzunehmen.
 Die Erfahrungen des Boykotts der olympischen Spiele in Moskau und der
"Gegenboykott" der olympischen Spiele von Los Angeles haben gezeigt, dass
die Verweigerung der Teilnahme an Sportwettkämpfen ausschließlich Sportle-
rinnen und Sportler zu Verlierern gemacht hat, politische Entscheidungsträger
aber nicht beeinflusst hat!
 Der Deutsche Kanu-Verband unterstützt ausdrücklich die Mündigkeit von
Sportlerinnen und Sportlern sowie deren Betreuerinnen und Betreuern. Er be-
grüßt es, wenn diese aufgrund einer ausführlichen und objektiven Information
zu dem Ergebnis gekommen sind, sich gegen Menschenrechtsverletzungen
und für Völkerverständigung zu engagieren. Gerade Sport ist eine von vielen
Möglichkeiten, für diese unverzichtbaren Ideale zu werben.  
 Der DKV fordert seine Athletinnen und Athleten aber auch auf, bei der Artiku-
lierung von Protesten nicht nur die geltenden staatlichen Gesetze zu beach-
ten, sondern auch die Regelwerke des Sports, insbesondere die Olympische
 
 
Charta. Deshalb ist es erforderlich, dass der Deutsche Olympische Sportbund
(DOSB) als entsendender Verband ausführlich und frühzeitig darüber infor-
miert, welche konkreten Handlungen erlaubt sind.  
 Der Deutsche Kanu-Verband appelliert gleichermaßen an Politiker, Medien
und Bevölkerung, an den Sport keine höheren Anforderungen zu richten, als
sie selbst auch bereit sind einzuhalten. Problematische Situationen in vielen
Staaten dieser Welt beruhen in erster Linie auf gesellschaftlichen und politi-
schen Ursachen. Sport kann nur einen kleinen – wenn auch wichtigen – Bei-
trag zur Lösung beitragen. Überzogene Verzichtsforderungen an den Sport
sind deshalb solange unglaubwürdig, wie andere Wege der Problemlösung
nicht oder noch nicht abschließend versucht wurden.

 

Deutscher Kanu-Verband e.V. Geschäftsstelle: Bertaallee 8, 47055 Duisburg
Telefon (02 03) 9 97 59-0   Telefax (02 03) 9 97 59-60
Internet: http://www.kanu.de   e-Mail: service(at)kanu.de

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