Du bist hier: sportalis Oberhausen  >  Artikel  >  Boßeln und Klootschießen

09.02.2011: Sportartvorstellung Friesensport

Boßeln und Klootschießen

Dem Einen oder Anderen ist das Boßeln lediglich als spaßiges Spielchen bekannt, bei dem es vorrangig um den Konsum geistiger Getränke geht. In mehreren Regionen Deutschlands wird das jedoch ganz anders gesehen.

Insbesondere im Friesischen sind Boßeln und Klootschießen mehr als ein vergnüglicher Zeitvertreib. Hier geht es durchaus in den leistungssportlichen Bereich und es zählt vor allem der Wettkampf. Aber auch im Emsland, in Teilen Nordrhein-Westfalens sowie in den Niederlanden, Irland, Italien und der Schweiz wird ernsthaft geboßelt.

Unterschiede gibt es jedoch in der Begrifflichkeit. So sind in Ostfriesland Boßeln und Klootschießen zwei Disziplinen. In anderen Regionen hingegen hat sich einer der beiden Begriffe durchgesetzt und wird für beides genutzt.

Das klassisch-friesische Klootschießen findet in aller Regel auf dem Feld statt. Hierbei wird eine kleine, mit Blei gefüllte Holz- oder Kunststoffkugel verwendet. Ziel ist es, diese so weit wie möglich zu werfen. Je nach Variante können Wettkämpfe als Mannschafts- oder Einzeldisziplinen ausgetragen werden.

Als klassisch gilt der Feldkampf. Hier ist der Abwurfpunkt dort, wo die Kugel des vorangegangenen Werfers aus der eigenen Mannschaft liegen geblieben ist. Beim Standkampf hingegen wird ähnlich den leichtathletischen Wurfsportarten bei jedem Athleten der beste von vier Würfen gewertet.

Unterschieden werden beim Klootschießen mehrere Wurftechniken. Als anspruchsvollste gilt der so genannte Flüchterschlag, der mit einem längeren Anlauf von einer kleinen Rampe ausgeführt wird. Hiermit lassen sich von Spitzensportlern Weiten von über 100 Metern erreichen.

Wettkämpfe im Boßeln hingegen werden auf der Straße ausgetragen. Daher ist es auch als Straßenboßeln bekannt. Boßeln ist eine Teamsportart, bei der es gilt, eine Gummi- oder Kunststoffkugel mit möglichst wenigen Würfen eine Straße entlang zu befördern. Anspruchsvoll wird dies vor allem durch das Streckenprofil und die Straßenführung.

Während im ostfriesischen eher ebene Straßen mit zumeist langgezogenen Kurven vorherrschen, kommt es im Süden durch hügeliges Gelände und vielfach enge Kurven zu veränderten Anforderungen. So sind bergan viele Versuche und bergab lange Laufzeiten der Kugel keine Seltenheit.

Ähnlich des Feldkampfs treten beim deutschen Straßenboßeln zwei Teams gegeneinander an. Geworfen wird abwechselnd von der Stelle, an der die Kugel des Vorwerfers gelandet ist. Den ersten Wurf hat dabei stets die zurückliegende Mannschaft. Gelingt es nicht, den Vorsprung des Gegners einzuholen, erhält dieser einen Punkt. Die Streckenlänge variiert je nach Beschaffenheit, sollte aber so angelegt sein, dass jeder Werfer zehn- bis zwölfmal an die Reihe kommt.

Text: Kevin Ritter

Noch keine Beiträge vorhanden.
Bitte Beitrag eingeben:
Ihr Name    
Ihre Email    
Betreff 
Beitrag*
Kategorie auswählen

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spam-Abwehr.

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

Login                    Passwort