15.12.2010: Video der Woche 9/2008

In Holland fallen statistisch gesehen die meisten Tore in Europa - im Spiel De Treffers Kegro Deuren gegen NEC Nijmegegen wird jedoch ein Tor verhindert und zwar nicht von einem Abwehrspieler, sondern von einem Betreuer...
Was hat es nicht schon alles für Kuriositäten im Fußball gegeben, vor allem dann, wenn sich der Ball dem Tor nähert: Man denke beispielsweise ans Phantomtor von Thomas Helmer am 23. April 1994, als der Bayern-Profi im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg die Kugel knapp neben den Pfosten ins Aus schoss und der Schiedsrichter auf Tor entschied.
Auch an die „gefallenen Tore“ erinnert sich der Fußballfan mit Humor gern: 1971 rasselte Herbert Laumen im Spiel gegen Werder Bremen mit voller Wucht gegen den Pfosten, der damals noch aus Holz bestand. Von da an sprach man vom legendären „Pfostenbruch vom Bökelberg“.
Bei einer durchaus bedeutenderen Begegnung „fiel auch ein Tor“, so formulierten es zumindest die Kommentatoren Günther Jauch und Marcel Reif: Im legendären Santiago-Bernabéu-Stadion war alles für das Halbfinalspiel der Champions-League-Begegnung Real Madrid gegen Borussia Dortmund vorbereitet. Nur das Wesentliche, ein stabiles Tor, stand nicht auf dem Platz - das fiel kurz vor Anpfiff um und wurde in den folgenden 76 dramatischen Minuten von hilflosen Helfern durch ein neues ersetzt.
Nun schlägt Jan Maaß, Betreuer vom holländischen Drittligist De Treffers Kegro Deuren, ein weiteres Kapitel im Buch der Fußball-Kuriositäten auf. In der dritten Runde des Pokals gegen den Erstligisten NEC Nijmegen verlor sein Verein zu Hause 1:5 - ein Tor konnte er aber verhindern: Nach einem langen Ball aus der Abwehr des NEC schoss ein gegnerischer Stürmer aufs Tor, der Torwart von De Treffers schien schon überwunden, der Ball flog sicher ins Tor – aber eben nicht ganz sicher, denn der Betreuer spielte plötzlich auch mit und konnte den Ball noch auf der Torlinie klären. Der vermeintliche Torschütze war aufgebracht und wollte dem Schlitzohr an die Wäsche, denn das Tor zählte tatsächlich nicht.
Denn genauso wie in Deutschland sind auch in den Niederlanden die Regeln hierzu klar vorgegeben: Läuft eine sogenannte Drittperson auf den Platz, wird das Spiel unterbrochen, die Person muss das Spielfeld verlassen und das Spiel wird mittels Schiedsrichterball an der Stelle fortgesetzt, wo sich der Ball zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung befand – also irgendwo vor dem Strafraum der Gastgeber.
Hier könnt ihr nochmal die "Glanztat" von Jan Maaß bewundern:
Text: Lucas Schäfer